Gemeinsames Sorgerecht vs Alleinsorge

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken 1. Senat für Familiensachen | 6 UF 18/15
Urteil |

1. Wenngleich die Übertragung der Alleinsorge auf einen Elternteil für den anderen Elternteil – spiegelbildlich – einen kompletten Sorgerechtsentzug bedeutet, genügt es, dass die Alleinsorge dem Kindeswohl (schlicht) besser entspricht als die Beibehaltung der gemeinsamen Sorge; keinesfalls ist eine Kindeswohlgefährdung Voraussetzung für die vollständige Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge.

2. Sind die Eltern nicht in der Lage, die Belange ihres Kindes gemeinsam zu regeln und ist deshalb mit fortdauernden Belastungen des Kindes als Folge des Konflikts zu rechnen, ist die Alleinsorge eines Elternteils einer gemeinsamen Sorge beider Elternteile vorzuziehen, und zwar unabhängig davon, welcher Elternteil für die fehlende Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit (überwiegend) verantwortlich ist.

3. Nach § 1671 Abs. 1 BGB kann die elterliche Sorge nur auf den antragstellenden, nicht aber auf den anderen Elternteil, der keinen dahingehenden Antrag (mehr) stellt, übertragen werden. | § 1671 Abs 1 S 2 Nr 2 BGB

Justitiasnews fragt sich … und welcher Gutachter hat dabei mitgewirkt?

Quelle: http://www.juris.de/jportal/prev/KORE214132015

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