Bei fehlender Kindeswohlgefährdung keine Übertragung des Sorgerechts auf Kindesmutter allein

Die Übertragung der Alleinsorge und der damit verbundene Entzug der grundrechtlich geschützten Elternrechte des anderen Teils setzt konkrete Feststellungen voraus, aus denen sich ergibt, dass diese Voraussetzungen vorliegen und die Übertragung der Alleinsorge auf einen Elternteil erfordern. Auch wenn das Verhältnis getrennt lebender Eltern dreier minderjähriger Kinder durch in der Vergangenheit liegende Tätlichkeiten des Kindesvaters gegenüber der Kindesmutter geprägt ist und diese es ablehnt, mit dem Vater zu kommunizieren, verbietet sich die Übertragung der elterlichen Sorge auf die Kindesmutter allein, solange eine Gefährdung des Kindeswohls durch die fortbestehende gemeinsame elterliche Sorge nicht festzustellen ist. Es ist der Kindesmutter vielmehr zuzumuten, zumindest schriftlich oder fernmündlich mit dem Kindesvater zu kommunizieren, wenn sie ihm schon nicht persönlich begegnen will.

Beschluss des OLG Köln vom 26.03.2015, Az.: 26 UF 21/15

Originalentscheidung in JURION aufrufen:
OLG Köln, 26.03.2015, 26 UF 21/15

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