Fachaufsicht für Jugendämter ???

Bildergebnis für aufsicht

Diese Erläuterungen zum Thema Fachaufsicht für Jugendämter von einem mir persönlich Bekannten stelle ich gerne zur Diskussion:

„Wiederholt habe ich schon geschrieben und gesagt, weshalb die Forderung nach einer Fachaufsicht für Jugendämter absolut kontraproduktiv ist.

Auf Grund der Anordnung in der Hierarchie in der Verwaltung: Das Jugendamt ist auf einer Ebene wie die Kraftfahrzulassungsstelle, die Nummernschilder ausgibt und die Kennzeichen verwaltet, wir das Einwohnermeldeamt, das die Einwohner registriert und das Register verwaltet, das Standesamt, das Geburten, Eheschliessungen und Sterbefälle registriert. Das alles sind Verwaltungstätigkeiten.

Die Leute bei der Zulassungsstelle brauchen keine Kenntnisse bezüglich Materialeigenschaften der Kennzeichen und Stempel. Beim Einwohnermeldeamt wird der Mensch als solcher registriert, die Sachbearbeiter brauchen aber keine menschenkundliche Kenntnisse. Der Standesbeamte schreibt nur Geburts- und Sterbedatum und den Ort auf und vollzieht die Ehe als Dokument. Alle damit verbundenen Umstände sind ihm egal. Entsprechend ist auch die Ausbildung dieser Leute in Richtung Verwaltung. Die Verwaltung braucht (und hat!) eine Rechtsaufsicht. Eine Fachaufsicht braucht sie nicht. (Was sollte fachlich kontrolliert werden? Für die Löcher oder die Qualität des Kennzeichenblechs sind die Hersteller zuständig. Für die beim Einwohnermeldeamt registrierten Menschen sind diese für sich selbst verantwortlich, oder deren Vormund. Und der Standesbeamte ist auch nur für die verwaltungsrechtlichen Dinge zuständig, und nicht dafür, wie ein Kind gezeugt oder geboren wird, usw.

Deshalb hat diese Ebene, auf der auch das Jugendamt angeordnet ist, keine Fachaufsicht. Weil es auf dieser Ebene keine Fachaufsicht gibt, kann auch das Jugendamt keine Fachaufsicht haben.

(Die Landesjugendämter sind eigenständige Behörden und können keine Fachaufsicht über die Jugendämter ausüben, weil sie auch eine reine Verwaltungsbehörde sind.)

Wer also eine fachliche Kontrolle für die Jugendämter fordern will, müsste zuerst für eine Änderung des Verwaltungsaufbaus sorgen.

Damit kommt das nächste Problem:

Die Ausbildung der Leute auf den Jugendämtern: Die Hauptakteure in dieser Behörde sind Dipl. Sozialpädagogen (FH), neuerdings auch mit Master-Abschluss.

Über die Ausbildung der Sozialpädagogen habe ich bereits geschrieben (Anhang).

Die Sozialpädagogen haben eine ganz andere Ausbildung, als sie notwendig ist, um so zu helfen, wie wir es erwarten, wie es in den besten Interessen der Kinder und der Familien wäre. Die im Studium gelehrten psychologischen und pädagogischen Kenntnisse reichen dazu bei weitem nicht aus. Dazu kommt, dass die Studienabgänger als Neulinge in den Jugendämtern nicht so eingearbeitet werden können, wie es notwendig ist, um tatsächliche Mängel bei den Kindern und Eltern zu erkennen und den richtigen Hilfeweg zu beschreiten. Wer sollte ihnen in dieser Behörde etwas anderes beibringen, als das was er selber kann?!

Fachlich, drunter verstehe ich, in den besten Interessen der Kinder und ihrer Eltern zu arbeiten, erfordert Fachkenntnisse und deren praktische Umsetzung. Zu dieser Umsetzung sind Erfahrungen notwendig. Wo und wie soll die ein Mensch herbringen, wenn seine Ausbildung und seine Position in seiner Behörde in eine ganz andere Richtung geht.

Nun könnte auch der rechtliche (nicht fachliche, denn den kann es ja nicht geben) Dienstvorgesetzte (Oberbürgermeister, Landrat) an einer Weiterbildung seiner Behördenleute Interesse haben. Da Landräte und Oberbürgermeister zuvörderst am wirtschaftlichen Wohl ihrer Kommune Interesse haben, das bedauerlicher Weise nur am Wirtschaftssozialprodukt gemessen wird, wird natürlich eine Fortbildungsmassnahme in der Richtung sein, dass dadurch Geld in rascheren Umlauf kommt.

Bleiben Kinder in der Familie, bringt das nur so viel Geld in Umlauf, wie der Familie zur Verfügung steht. Entzogene Kinder (im Heim oder bei Pflegeeltern) bringen mehr Geld in Umlauf, weil Heime, Pflegeeltern, Gutachter, Gerichte, mehr Jugendamtsleute, meist auch Rechtsanwälte, Polizei, Amtsärzte und etliche Professionen mehr daran verdienen.

Gutes Einvernehmen zwischen den Eltern nach der Trennung und ihren Kindern ändert am Geldumlauf im Vergleich zur Familie nicht viel. Wird aber der Umgangsboykott mit einem Elternteil gefördert, so bringt das sehr viel Geld in Umlauf, weil es Gerichte, Rechtsanwälte, Gutachter, Verfahrenspfleger, schliesslich auch zur Behandlung der dadurch geförderten psychischen und psychosomatischen Leiden Ärzte, die chemisch-pharmazeutische Industrie, Kliniken usw. mitverdienen lässt.

Arbeit von unqualifizierten Leuten wird nicht dadurch besser, in dem man diese Leute kontrolliert oder „beaufsichtigt“.

Da in der gegebenen Behördenhierarchie eine Kontrollbehörde nicht möglich ist, müsste pragmatisch eine Kontrollinstanz geschaffen werden. Aber wo soll diese positioniert sein und wer soll dort arbeiten? Leute mit der Ausbildung wie sie die Jugendamtsmitarbeiter haben? Was können die fachlich kontrollieren?!

Oder soll diese Kontrollinstanz mit qualifizierten Psychologen, Ärzten, Pädagogen besetzt werden? Die könnten vielleicht auf Fehler hinweisen, aber abstellen können sie sie nicht. Denn gerade mit der Kindesentziehung und dem Umgangsboykott wird das Brutto-Wirtschaftsprodukt in der Stadt und im Landkreis hoch gehalten, genau das, was den Chefs der Kommunalverwaltungen so sehr wichtig ist.

Nur Traumtänzer werden erwarten, dass eine Kontrollbehörde eine Besserung der Jugendamtsarbeit bringt.

In der Realität ist es doch so, dass die Beschäftigten der Kontrollinstanz sich im Behördengeschehen integrieren müssen. Tun müssen sie etwas, um Existenzberechtigung zu zeigen. Also werden sie doch lieber den jetzigen Zustand erhalten, als sich bei den Jugendamtsmitarbeitern, Oberbürgermeistern, Landräten und etlichen Wirtschaftsträgern unbeliebt zu machen.

Dass schon allein durch das Nicht-Einschreiten der Kontrollinstanz gegen die jetzige Jugendamtsarbeit die Jugendämter gedeckt und gestärkt werden, ergibt sich von selbst.

Wer diese Zusammenhänge begriffen hat, muss zwangsläufig erkennen, dass die Forderung nach einer Fachaufsicht für die Jugendämter nur gegen uns Normalbürger wirkt.

Und dann gleich noch etwas: Der Satz „Jedes tote Kind ist eines zu viel“ von einem Trennungsvater bei einer Demo gesprochen, gibt den Jugendämtern Grund, noch mehr Personal zu fordern. Im Übrigen sind in allen Fällen, in denen ein Kind zu Tode kam und das Jugendamt zuvor nicht tätig wurde, in aller erster Linie die Eltern / die Mütter die Versager. Sowohl aus moralischen Gründen, wie auch nach Art. Art. 6 (2) GG ist die Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht und die zuvörderste Pflicht der Eltern. Der Staat hat nur das „Wächteramt“. Mehr nicht!

Wir schreien –ich meine zu Recht-, wenn Eltern die Kinder weggeholt werden, wir kritisieren, dass die Jugendämter zu schnell und unbegründet Kinder in Heime und in Pflegefamilien stecken. Aber gleichzeitig geben wir dieser Behörde Argumente, mehr Personal zu fordern.

Die Kinder sind zu Tode gekommen, weil die Angehörigen versagt haben! Warum haben die Angehörigen nicht geholfen, die Freunde, die Nachbarn? Warum haben die Eltern / die Mütter nicht ihre Angehörigen, ihre Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen um Hilfe gebeten?! Da fehlt’s wohl weit!

Warum wird nach dem Jugendamt gerufen, wenn man doch mit dessen Arbeit –wenn die Behördenleute tätig werden- nicht zufrieden ist?

Ich habe zuvor dargelegt, weshalb die Jugendamtsleute fachlich und auch auf Grund ihrer Position in der Verwaltung gar nicht in der Lage sind, den tatsächlich besten Interessen für ein Kind zu gerecht zu werden.

Wer etwas ändern will, muss erkennen, dass er in der jetzigen Situation kaum Chancen hat. Unser nach Geld orientiertes System verkapitalisiert Kinder genau so, wie menschliche Schicksale.

Sinnvolle Änderungen sind nur möglich, wenn wir Bürger selbst über Gesetze entscheiden, wenn notwendig, auch gegen Parteienwunsch.“

Ohne direkte Demokratie werden wir nur sehr schwer etwas in unserem und unserer Kinder Interesse erreichen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s