„Und dann lebten wir von trockenen Nudeln und Reis“

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Was passiert, wenn das Geld von Studenten knapp wird? Eltern und Kinder erzählen, wie sie von vier bis sechs Uhr Zeitungen austeilen oder Kredite aufnehmen – von Susan Djahangard

Wir aßen trockene Nudeln und Reis

Ich lebe von 672 Euro im Monat, davon 142 Euro vom Bafög-Amt, den Rest steuern meine getrennt lebenden Eltern bei. Für mein WG-Zimmer in Dresden zahle ich 282 Euro, für Essen und Zigaretten gehen 50 Euro drauf. Mein Mitbewohner und ich teilen uns alles im Haushalt. Ich kaufe mir zwar eine teurere Zahnpasta, dafür braucht er Brillenputztücher, so gleicht sich das aus. Wir sammeln die Quittungen von unseren Einkäufen und rechnen am Ende des Monats mit einer Excel-Tabelle aus, wer noch Geld bekommt. Wenn wir finanzielle Schwierigkeiten haben, helfen wir uns gegenseitig. Vor ein paar Monaten hat er keinen Job gefunden, da habe ich für einige Zeit die Miete für uns beide übernommen. Seit er wieder arbeitet, zahlt er mir das Geld zurück. In der Zeit haben wir vor allem trockene Nudeln und Reis gegessen, um zu sparen.

Normalerweise komme ich mit dem Geld aber gut hin. Bei manchen Sachen achte ich darauf, nicht zu viel auszugeben. In meinem Architektur-Studium machen wir immer wieder Exkursionen. Für 500 Euro eine Woche nach Rom zu fahren, ist für mich nicht drin. Aber für 50 Euro kann ich mit nach Berlin und neulich war ich für 165 Euro eine Woche in der Schweiz. Da kann ich als zukünftiger Architekt genauso Interessantes entdecken und lernen. Wir müssen auch oft Präsentationsplakate drucken. Da achte ich schon beim Layout darauf, dass manche Pläne komplett in Graustufen gedruckt werden können, das kostet dann nur halb so viel wie in Farbe.

Wir aßen trockene Nudeln und Reis

Ich lebe von 672 Euro im Monat, davon 142 Euro vom Bafög-Amt, den Rest steuern meine getrennt lebenden Eltern bei. Für mein WG-Zimmer in Dresden zahle ich 282 Euro, für Essen und Zigaretten gehen 50 Euro drauf. Mein Mitbewohner und ich teilen uns alles im Haushalt. Ich kaufe mir zwar eine teurere Zahnpasta, dafür braucht er Brillenputztücher, so gleicht sich das aus. Wir sammeln die Quittungen von unseren Einkäufen und rechnen am Ende des Monats mit einer Excel-Tabelle aus, wer noch Geld bekommt. Wenn wir finanzielle Schwierigkeiten haben, helfen wir uns gegenseitig. Vor ein paar Monaten hat er keinen Job gefunden, da habe ich für einige Zeit die Miete für uns beide übernommen. Seit er wieder arbeitet, zahlt er mir das Geld zurück. In der Zeit haben wir vor allem trockene Nudeln und Reis gegessen, um zu sparen.

Normalerweise komme ich mit dem Geld aber gut hin. Bei manchen Sachen achte ich darauf, nicht zu viel auszugeben. In meinem Architektur-Studium machen wir immer wieder Exkursionen. Für 500 Euro eine Woche nach Rom zu fahren, ist für mich nicht drin. Aber für 50 Euro kann ich mit nach Berlin und neulich war ich für 165 Euro eine Woche in der Schweiz. Da kann ich als zukünftiger Architekt genauso Interessantes entdecken und lernen. Wir müssen auch oft Präsentationsplakate drucken. Da achte ich schon beim Layout darauf, dass manche Pläne komplett in Graustufen gedruckt werden können, das kostet dann nur halb so viel wie in Farbe.

Neben dem Studium arbeiten schaffe ich nicht. Es stört mich, dass ich kaum Geld zurücklegen kann. Ich habe nur einen Computer, während der Exkursionen wäre es aber sehr praktisch, einen Laptop zu haben. Dafür spare ich gerade, das wird noch lange dauern, bis ich das Geld zusammen habe. Aber ich bin zufrieden mit dem, was ich habe, ab und an gönne ich mir etwas: Manchmal gibt’s auch bei uns Räucherlachs.

Carsten Glienke, 24 Jahre

Ich kann mir selbst keinen Luxus leisten

Carsten lebt eher knapp, aber ich mache mir darum keine Sorgen. Man kann mit dem Geld auskommen und ich kann ihm einfach nicht mehr bezahlen. Im Dezember kommt immer der Bafög-Bescheid. An Weihnachten sehen wir uns alle und besprechen dann, wie viel Carstens Vater und ich noch dazu bezahlen. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen des Bafög-Amtes. Ich kann mir selbst keinen Luxus leisten und ich kann das meinen Kindern auch nicht ermöglichen. Carstens Bruder arbeitet in den Semesterferien, um sich schicke Klamotten oder eine Reise leisten zu können. Wenn Carsten das wöllte, könnte er es auch so machen. Dass Carstens Kommilitonen so tolle Exkursionen machen können, die er sich nicht leisten kann, tut mir allerdings sehr leid.

Christine Glienke, 57 Jahre

Das Sparen hat er von seiner Mutter gelernt

Ich bin bereits pensioniert, aber ich habe einen Mini-Job als Vollzugsbeamter bei der Stadt Eutin angenommen, damit ich selbst mehr Geld habe und meine Kinder unterstützten kann. Ich bewundere Carsten sehr dafür, wie er über die Runden kommt. Wenn mir Steuern zurück bezahlt werden, bekommen meine Kinder davon etwas ab. Manchmal bestelle ich ihnen auch Bücher. Aber ich würde Carsten sehr gerne mal noch 200 Euro extra für eine Exkursion geben können oder die Fahrtkosten übernehmen, wenn er mich besuchen kommt.

Ich weiß, dass Carsten nicht faulenzt, sondern eine Menge für die Uni macht und deshalb nicht arbeiten kann. Ich freue mich sehr, dass er studieren kann. Das habe ich mir für meine Kinder gewünscht. Zum Glück hat er von seiner Mutter gelernt, sparsam zu leben. Sie führt über alle Ausgaben Buch und hat mit den Kindern immer genau abgerechnet, wenn sie einkaufen gegangen sind und Rückgeld bekommen haben. Carsten geht mit Geld glaube ich auch so akribisch um.

Hans-Joachim Glienke, 71 Jahre 

Quelle und weiter im Text: http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2015-06/finanzierung-studium-bafoeg-job-eltern?utm_content=zeitde_redpost+_link_sf&utm_campaign=ref&utm_source=gplus_zonaudev_int&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.gplus.ref.zeitde.redpost.link.sf

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2 Gedanken zu “„Und dann lebten wir von trockenen Nudeln und Reis“

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